Donnerstag, 13. Dezember 2007
Filme Dolphin-Swimming
NZ - Kiwi Land - Reisebericht
Die Zeit war gekommen, sich von Suedamerika zu verabschieden um weiter in Richtung Osten nach Neuseeland zu fliegen. Wir mussten den begeehrten Fensterplatz im Flugzeug unter uns ausknobeln, da wir beide unbedingt beste Sicht auf die Datumsgrenze haben wollten, welche wir ja in Kuerze ueberfliegen wuerden. Zu unserer grossen Entaeuschung konnten wir aber ohnehin nichts sehen, denn wir hatten ja einen Nachtflug gebucht.
In Auckland NZ angekommen, suchten wir uns eine guenstige Unterkunft in einem Backpacker. Wir landeten in einem 6er Schlag, welchen wir mit vier Backpackerinnen teilten. Bevor wir an jenem Abend in den Ausgang verschoben, verteilte Lazzi den Damen anstaendigerweise noch Ohrenpfropfen. Als wir am Samstag um vier Uhr Nachmittags in ein Pub giengen, traffen wir zwei waschechte Kiwi-Jungs, welche noch vom Feitagabend Ausgang dort haengen geblieben waren. Nach einigen Bieren schlugen sie uns vor, mittels Taxi in die heruntergekommenen Suburbs von Auckland zu fahren, weil es dort noch guenstigeres Bier gaebe. Wir sollten einfach aufpassen und die dortigen, meist auch im Gesicht taetowierten, Maori nicht anschauen oder gar ansprechen. Da einer unserer neuen Freunde ebenfalls halber Maori war, entschlossen wir uns, das Abenteuer zu wagen.
Kurze Zeit spaeter hatten wir alle Warnungen in den Wind geschlagen und wir spielten im Pub mit den meist stockbesoffenen Maoris eine lustige, jedoch illegale Pockerrunde mit $5 Einsatz pro Person. Die Partie wurde nur zweimal fuer kurze Zeit unterbrochen: Beim ersten Mal, weil Gast von einem Passanten grundlos mit einem Hammer angegriffen und im Gesicht verletzt worden war und beim zweiten Mal, als die Polizei eine Razzia im Pub durchfuehrte um den Hammermann zu fassen. Die illegale Pokerrunde schien sie gluecklicherweise nicht weiter zu stoeren. Zurueck zum Pokerspiel.. Tatsaechlich sassen ganz am Schluss Lazzi und Steven alleine mit ihren Bergen von Chips am Tisch und hatten die Einheimischen sauber abgezockt. Zumindest dachten wir das zuerst, als wir das Spiel klar gewonnen hatten... Als wir jedoch den Pot (Gewinn) einkassieren wollten, war ploetzlich ausser unseren eigenen Einsaetzen nichts mehr dort. Komischerweise waren auch die anderen Spieler spurlos verschwunden. Der Ausgang in der Innenstadt von Auckland ist ansonsten, insb. am Wochenende, weltklasse!
Am naechsten Tag holten wir unsere neuen Reisegspaendli Roger und Taemi am Flughafen ab und machten gleich eine Sightseeingtour durch Auckland. U.A. besichtigten wir den Skytower, das hoechste Gebaeude in der suedlichen Hemisphaere. Keiner von uns wollte das Geld fuer einen Sprung vom Tower ausgegeben. (Am fehlenden Mut hat's also nicht gelegen)
Als wir unsere Campervans abholten, waren wir leicht schockiert. Es war nicht einmal der aeusserst beschraenkte Innenraum oder gar das fortgeschrittene Alter des Campers, welches uns verunsicherte. Vielmehr war es das Grafiti auf Taemi und Steven's Camper, welches fuer Gespraechsstoff sorgte. Darauf sind herzige, sich kopulierende Baerchen zu sehen. Wegen diesen ungezogenen Bilder, waren wir aufgrund von Reklamationen auch schon gezwungen, unseren Campervan versteckt hinter dem Gebaeude zu parkieren.
Als wir Richtung Norden in den subtropischen Zipfel der Nordinsel fuhren, setzte der Regen erstmals ein. Das langanhaltende Tief vermochte jedoch Lazzi und Roger nicht davon abzuhalten, den PADI Tauschschein zu machen. Taemi und Steven fluechteten in den etwas trockeneren Sueden, wo sie sich u. A. als Hoelenforscher und Wanderer um den Mt. Doom (Lord of the Rings) versuchten. Besonders beeindruckend waren die Gluehwuermchenkolonien, welche aussahen wie ein Sternenhimmel (siehe Fotos)
Mittlerweile befinden wir uns auf der Suedinsel in Kaikoura http://www.kaikoura.co.nz/. Hier vor der Kueste gibt es alles, was das maritime Herz begehrt. Der Grund fuer das einzigartige Meeresleben in der Bucht, ist die unglaubliche Meerestiefe. 1-2 Km vor der Kueste ist das Meer bereits ueber 1000m tief. Wenn man mit dem Boot auf's Meer faehrt, fuehlt man sich als Schweizer wie auf der Bluemlisalp auf dem Thunersee. Gleich neben dem Ufer ragen bis zu 2500m hohe Berge mit verschneiten Gipfeln in den Himmel. Erst wenn ein Potwal oder eine Gruppe mit bis zu 1000 Delfinen vor dem Boot auftaucht, wird man in Gedanken rund um die Welt, zurueck nach Neuseeland katapultiert. Beim Whalewatching kann man riesige Potwale und verspielte Delfine bestaunen, welche das ganze Jahr ueber hier leben. Leider ist die Waljagd hier unten verboten, so dass man nur Bilder von den Viechern schiessen darf... oder man kann mit Seeloewen und Delfinen im offenen Meer Schwimmen gehen. Ersteres haben wir bereits gemacht, was ein tolles aber kuehles Abenteuer war. Fuer morgen 5.30 Uhr am Morgen haben wir einen Dolphin Swimming Trip im 15 C kalten Wasser gebucht.
Wir melden uns vor Weihnachten nochmals und wuenschen Euch Allen eine gute Vorweihnachtszeit. Das eingesparte Geld fuer unsere diesjaehrigen Geschenke koennt ihr uns problemlos auf unsere Bankkonten ueberweisen oder einfach beim naechsten Geschenk draufschlagen... Kein Problem, wir sind diesbezueglich aeusserst flexibel.
