Donnerstag, 13. Dezember 2007

Filme Dolphin-Swimming

Unglaublich, die ganze Bucht war vollgestopft mit verspielten Dusky Dolphins. Taemi und Steven warfen sich wagemutig ins kalte Wasser, um mit ihnen zu spielen. Ein unvergessliches Abenteuer.










NZ - Kiwi Land - Reisebericht


Die Zeit war gekommen, sich von Suedamerika zu verabschieden um weiter in Richtung Osten nach Neuseeland zu fliegen. Wir mussten den begeehrten Fensterplatz im Flugzeug unter uns ausknobeln, da wir beide unbedingt beste Sicht auf die Datumsgrenze haben wollten, welche wir ja in Kuerze ueberfliegen wuerden. Zu unserer grossen Entaeuschung konnten wir aber ohnehin nichts sehen, denn wir hatten ja einen Nachtflug gebucht.


In Auckland NZ angekommen, suchten wir uns eine guenstige Unterkunft in einem Backpacker. Wir landeten in einem 6er Schlag, welchen wir mit vier Backpackerinnen teilten. Bevor wir an jenem Abend in den Ausgang verschoben, verteilte Lazzi den Damen anstaendigerweise noch Ohrenpfropfen. Als wir am Samstag um vier Uhr Nachmittags in ein Pub giengen, traffen wir zwei waschechte Kiwi-Jungs, welche noch vom Feitagabend Ausgang dort haengen geblieben waren. Nach einigen Bieren schlugen sie uns vor, mittels Taxi in die heruntergekommenen Suburbs von Auckland zu fahren, weil es dort noch guenstigeres Bier gaebe. Wir sollten einfach aufpassen und die dortigen, meist auch im Gesicht taetowierten, Maori nicht anschauen oder gar ansprechen. Da einer unserer neuen Freunde ebenfalls halber Maori war, entschlossen wir uns, das Abenteuer zu wagen.


Kurze Zeit spaeter hatten wir alle Warnungen in den Wind geschlagen und wir spielten im Pub mit den meist stockbesoffenen Maoris eine lustige, jedoch illegale Pockerrunde mit $5 Einsatz pro Person. Die Partie wurde nur zweimal fuer kurze Zeit unterbrochen: Beim ersten Mal, weil Gast von einem Passanten grundlos mit einem Hammer angegriffen und im Gesicht verletzt worden war und beim zweiten Mal, als die Polizei eine Razzia im Pub durchfuehrte um den Hammermann zu fassen. Die illegale Pokerrunde schien sie gluecklicherweise nicht weiter zu stoeren. Zurueck zum Pokerspiel.. Tatsaechlich sassen ganz am Schluss Lazzi und Steven alleine mit ihren Bergen von Chips am Tisch und hatten die Einheimischen sauber abgezockt. Zumindest dachten wir das zuerst, als wir das Spiel klar gewonnen hatten... Als wir jedoch den Pot (Gewinn) einkassieren wollten, war ploetzlich ausser unseren eigenen Einsaetzen nichts mehr dort. Komischerweise waren auch die anderen Spieler spurlos verschwunden. Der Ausgang in der Innenstadt von Auckland ist ansonsten, insb. am Wochenende, weltklasse!


Am naechsten Tag holten wir unsere neuen Reisegspaendli Roger und Taemi am Flughafen ab und machten gleich eine Sightseeingtour durch Auckland. U.A. besichtigten wir den Skytower, das hoechste Gebaeude in der suedlichen Hemisphaere. Keiner von uns wollte das Geld fuer einen Sprung vom Tower ausgegeben. (Am fehlenden Mut hat's also nicht gelegen)


Als wir unsere Campervans abholten, waren wir leicht schockiert. Es war nicht einmal der aeusserst beschraenkte Innenraum oder gar das fortgeschrittene Alter des Campers, welches uns verunsicherte. Vielmehr war es das Grafiti auf Taemi und Steven's Camper, welches fuer Gespraechsstoff sorgte. Darauf sind herzige, sich kopulierende Baerchen zu sehen. Wegen diesen ungezogenen Bilder, waren wir aufgrund von Reklamationen auch schon gezwungen, unseren Campervan versteckt hinter dem Gebaeude zu parkieren.


Als wir Richtung Norden in den subtropischen Zipfel der Nordinsel fuhren, setzte der Regen erstmals ein. Das langanhaltende Tief vermochte jedoch Lazzi und Roger nicht davon abzuhalten, den PADI Tauschschein zu machen. Taemi und Steven fluechteten in den etwas trockeneren Sueden, wo sie sich u. A. als Hoelenforscher und Wanderer um den Mt. Doom (Lord of the Rings) versuchten. Besonders beeindruckend waren die Gluehwuermchenkolonien, welche aussahen wie ein Sternenhimmel (siehe Fotos)


Mittlerweile befinden wir uns auf der Suedinsel in Kaikoura http://www.kaikoura.co.nz/. Hier vor der Kueste gibt es alles, was das maritime Herz begehrt. Der Grund fuer das einzigartige Meeresleben in der Bucht, ist die unglaubliche Meerestiefe. 1-2 Km vor der Kueste ist das Meer bereits ueber 1000m tief. Wenn man mit dem Boot auf's Meer faehrt, fuehlt man sich als Schweizer wie auf der Bluemlisalp auf dem Thunersee. Gleich neben dem Ufer ragen bis zu 2500m hohe Berge mit verschneiten Gipfeln in den Himmel. Erst wenn ein Potwal oder eine Gruppe mit bis zu 1000 Delfinen vor dem Boot auftaucht, wird man in Gedanken rund um die Welt, zurueck nach Neuseeland katapultiert. Beim Whalewatching kann man riesige Potwale und verspielte Delfine bestaunen, welche das ganze Jahr ueber hier leben. Leider ist die Waljagd hier unten verboten, so dass man nur Bilder von den Viechern schiessen darf... oder man kann mit Seeloewen und Delfinen im offenen Meer Schwimmen gehen. Ersteres haben wir bereits gemacht, was ein tolles aber kuehles Abenteuer war. Fuer morgen 5.30 Uhr am Morgen haben wir einen Dolphin Swimming Trip im 15 C kalten Wasser gebucht.





Wir melden uns vor Weihnachten nochmals und wuenschen Euch Allen eine gute Vorweihnachtszeit. Das eingesparte Geld fuer unsere diesjaehrigen Geschenke koennt ihr uns problemlos auf unsere Bankkonten ueberweisen oder einfach beim naechsten Geschenk draufschlagen... Kein Problem, wir sind diesbezueglich aeusserst flexibel.



Freitag, 7. Dezember 2007

Donnerstag, 29. November 2007

Reisebericht IV Rio/Easterisland & Santiago

Den Amazonas oder besser gesagt, die paar wenigen Bäume und Sträucher, welche davon noch übrig geblieben sind, haben wir in den drei Tagen mehr als nur gesehen und können das Thema nun endgültig abhacken. Hochoffiziell müssen wir der Welt hiermit erklären, dass es weder neue Tierarten noch unentdeckte (heilende) Pflanzen im Amazonas zu erforschen gibt. (sorry)


Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, das Sumpfgebiet zu verlassen und stattdessen , in Rio zu versumpfen. Mittlerweile sind wir beim Verhandeln derart abgebrüht, dass wir den Tarif für das Flughafentaxi unter die effektiven Benzinkosten märten konnten. Übernachtet haben wir dann an der Copacabana in einer unverschämt günstigen 4,5 Zimmerwohnung, welche einer alten Dame (der Mutter des Taxichauffeurs) gehört. Nach der Amazonas- und Klimalüge ;-) müssen wir an dieser Stelle einen weiteren Volksirrglaube berichtigen: Die Copacabana ist selbst nachts für herumstreunende Touristen relativ sicher! Nicht zu letzt dank dem massiven Polizeiaufgebot im Ausgangsviertel. (*) Jedenfalls stehen die Chancen in Bern ausgenommen zu werden mindestens gleich hoch, wie dass man in Rio gewaltsam zur Sozialhilfe gezwungen wird. (Mit dem kleinen Unterschied, dass es sich in der Schweiz meist nicht um eine Attrapengeldbörse handelt)


(*) Police Militar: An dieser Stelle noch eine kleine Ausführung zur Polizei in Brasilien. Wir haben doch kleinere Abweichungen zu unseren Schweizer "Sicherheitskräften" feststellen können. Da wäre als erstes mal die obligate kugelsichere Weste und die nervöse Hand am geöffneten Revolverhalter zu erwähnen. Zweitens, fährt die Polizei mal grundsätzlich nur mit Blaulicht im Streifenwagen und schert sich dabei einen Dreck um Falschparkierer oder Raser, sie sind ohnehin immer diejenigen, welche am schnellsten unterwegs sind. Zudem haben uns einige in Brasilien ansässige Schweizer erzählt, dass die Polizisten in ruhigen Zeiten einem lustigen Zeitvertrieb nach gehen. Eine der Lieblingsbeschäftigungen der Beamten ist es nämlich, die Strassenwischer (Wegmeister) zu pisaken. Beispielsweise indem die geselligen Polizisten Strassenwischer festhalten um sie anschliessend mit flüssigem Leim zu übergiessen. (sieht man in der Schweiz tatsächlich äusserst selten) Ein Tageshighlight bietet auch die brasilianische Tagesschau im TV immer wieder, in welcher alle wichtigen Verhaftungen live zu sehen sind. Am besten hat uns immer das Interview gleich am Ort der Verhaftung mit dem soeben verhafteten Verbrecher gefallen. (Die Verbrecher geben gleichsam gerne und fröhlich Auskunft, wie die YB Spieler nach einer vernichtenden Niederlage)



Selbstverständlich haben wir, was aber vermutlich den kleinesten Teil von Euch interessieren wird, das 0815 Rio-Touristenprogramm absolviert. Obwohl wir die Christusstatue und die weiteren Sights mittels öffentlichen Bussen (diese fahren nach den Polizisten am 2. schnellsten auf der Strasse) auf eigene Faust erkundet haben, sind wir dennoch im Touristenstrom beinahe untergegangen.


Leider kann sich Lazzi nicht mehr an die Namen seiner Liebschaften in Brasilien erinnern, daher erlauben wir uns, anstelle der Namen, nur noch die Anzahl Kuscheleinheiten auf dem Blog zu publizieren. (Auftrag an die Hebamme: Bitte Namen durch Counter ersetzen. Aktuell 8 Liebschaften) Dennoch, blieben zwei Damen bei Lazzi in lebhafter Erinnerung: Fräulein Veronice Maria Joao de Marcos da Silva, auch die Liebevolle genannt und "the White Indio Girl from Belem", als Yoga-Göttin geschätzt. (Auftrag an Tinu den Rechtsanwalt: Können Unterhaltszahlungen und Alimente nach Brasilien irgendwie umgangen werden? Werden diese nach Schweizer Tarif berechnet und/oder kann Lazzi diese mindestens von den Steuern abziehen auch ohne sie effektiv zu leisten?)


Schweren Herzens mussten wir das warme Brasilien verlassen um auf die kalte kleine Osterinsel weiterzufliegen (max 25 Grad - Breite: 5km auf 15km Laenge). Auf der Osterinsel, welche ca. 3000 Einwohner hat, landeten wir wiederum in einem B&B, welches einer ältern Dame gehört. Sie hat uns von Anfang an in ihr Herz geschlossen und wollte uns gleich adoptieren. Die Osterinsel ist der absolute Knueller. Wenn man vor diesen steinigen Statuen (Maois) steht, kommt man ganz schoen ins Staunen und kriegt unvermeindlich Blasen am rechten Zeigefinger. (Wir haben mindestens 1000 Fotos gemacht)

Gleichzeitig sind zumindest berechtigte Zweifel an der Zurechnungsfaehigkeit der Eingeborenen angebracht. Man stelle sich vor, dass die Eingeborenen den gesamten Holzbestand auf der Insel abgerodet, sich zu Tode geschuftet und gehungert haben, um hunderte von Maois, welche bis zu 80 Tonnen schwer sind zu produzieren und auf der gesamten Insel zu verteilen. Doch die Maois alleine genuegten ihnen mit der Zeit nicht, daher haben sich die Insulaner vernuenftigerweise entschlossen, den Mahois zusaetzlich noch Huete aus rotem Stein (ca. 2-5 Tonnen schwer) aufzusetzen.



Wir haben die Insel auf alle moeglichen und unmoeglichen Arten erkundigt. Zu Fuss sind wir auf die imposanten Vulkane gestiegen und haben dabei traumhafte Ausblicke genossen. Mittels Motocross Motorraedern und 4x4 Offroadern durchstreiften wir das fragile Naturschutzgebiet.


Als Hoehepunkt kann jedoch unser Ausritt auf den Pferden gewertet werden. Als wir die Pferde mieten wollten, sagte man uns zuerst, dass dies nur zusammen mit einem Guide moeglich sei. Erst als wir dem skeptischen Pferdehalter unsere imposanten Reitkenntnisse geschildert hatten, war er, im Sinne einer Ausnahme, bereit uns die Gaeule zur Verfuegung zu stellen. Unter kritischer Beobachtung des Pferdehalters, kletterten wir etwas umstaendlich aber dennoch aeusserst filigran auf die Pferde. Was wir vorher nicht wussten: Pferde reagieren grundsaetzlich ganz anders als Bueffel wenn man sie anspornt und koennen auch nicht so gut schwimmen! (Hat uns ja auch keiner gesagt) Nun, erstmals gieng gar Nichts. Dann trabten die Pferde ziellos in alle Himmelsrichtungen. Nachdem sich die Pferde nach langem hin und her aber mal fuer eine Richtung entschieden hatten, klappte es dann auch ziemlich gut mit dem Reiten. Leider waehlten die Viecher fuer den Ausritt ausgerechnet einen schmalen Pfad, welcher den steilen Klippen entlang fuehrte. Witzigerweise gehen die Pferde dann auch am aeussersten Rand des Weges entlang. Wiederum klammerten wir uns zeitweise in panischer Angst mit ganzer Kraft um den Hals des Pferdes und wagten es kaum den Abhang hinunter zu schauen. Nach einer Weile, als es den Pferden wohl zu bunt wurde, kehrten sie auch schoen brav um und trotteten zurueck in die Stallungen. Der Pferdebesitzer, welcher die Tiere wohl schon abgeschrieben hatte, staunte nicht schlecht als wir alle wohlbehalten aufkreuzten.






Als wir vom Land genug hatten, entschlossen wir uns einen Tauchgang zu wagen. Fuer Lazzi war ein Schnuppertauchgang angesagt. Ausgeruestet mit dem neusten Material und in einen dicken Anzug gepackt, tuckerte er mit dem Tauchboot in die Bucht. Nach nur 5 Minuten war der ganze Spass im kuehlen Wasser auch schon zu Ende, da sich in Lazzis Kopf, aufgrund seiner Verkaeltung, ein ungehaeurer Druck in den Stirnhoelen aufbaute. "Diese Kopfschmerzen sind ja noch viel schlimmer als jene die ich am Morgen nach der Goodbye Party erlitt" meinte der kleine Italo verduzt.

Dafuer konnte Steven seinen Tauchgang voll geniessen. Die Unterwasserwelt der Osterinsel ist wirklich erstaunlich. Trotz des kuehlen Wassers (18-20 Grad) haben sich wundervolle Korallen in ca. 20 - 30 Metern Tiefe gebildet, welche jene des Barrier Reefs oder des Roten Meeres gar uebertreffen. Dafuer hat es viel weniger Fische als in den genannten tropischen Gewaessern. Die Sicht im kristallklaren Wasser ist unglaublich gut (bis zu 50 Metern), so dass man die am Meeresgrund liegenden Moais bereits aus weiter Entfernung oder vom Boot aus bewundern kann.


Der Ausgang auf Rapa Nui (Osterinsel) ist ziemlich einzigartig. Es gibt ein Kino, wo permanent der Film "Rapa Nui" laeuft und ca. 2 brauchbare Bars. Zu spaeter Stunde vereinten wir uns mit Rapa Nui Freiheitskaempfern und stimmten gemeinsam mit ihnen Eingeborenenliedern ein. Selbstverstaendlich wurde auch getanzt. Der Kriegstanz, welcher zu unseren Ehren und gegen die chilenischen Besetzer in der Disco aufgefuehrt wurde, erinnerte uns stark an den Auftritt der All Blacks Rugy Jungs. Selbstverstaendlich machten wir nach kurzer Einfuehrung voller Elan mit und sicherten der Bevoelkerung die volle Unterstuetzung der Schweizerarmee zu!

Wir haben uns doch tatsaechlich ein bisschen in die Osterinsel verliebt und werden die abenteuerlichen Tage auf diesem kleinen Eiland nie mehr vergessen. Bekanntlich hat man das Festland Chiles in 3-4 Tagen eigentlich gesehen und braucht einen Tapetenwechesel. Wir sind daher ueberzeugt, dass wir mit unseren 2,5 Tagen Chile den Bogen nicht ueberspannt haben. Jedenfalls haben wir Santiago besichtigt, was uebrigens auch ohne Reisefuehrer in Buch- oder Menschform ausgezeichnet klappt. Am Abend haben wir uns mit unseren chilenischen Freunden (eine davon wurde beinahe Lazzi's Nr. 9) an eine Party in einer Salsaria gewagt. Die Locals tanzten uns beinahe schwindlig. Steven fuehrte seine Tanzpartnerinnen etwa gleich geschickt und zaertlich wie sein stoerrisches Mietpferd auf der Osterinsel. Lazzi dagegen bewegte sich immerhin im Takt ohne die Partnerin zu verletzen, konnte aber nicht verbergen, dass er erst die Salsakurs-Stufe 1 absolviert hat. Logischerweise standen wir innert kuerzester Zeit im Mittelpunkt des geschehens. Selbstverstaendlich nutzten wir die Gunst der Stunde um den lebensfrohen Chilenen etwas Schweizer Tanzkultur zu vermitteln. Mit beiden Haenden in den Hosentaschen und tief in den Knien stehend, streckten wir die Beine in russischer Manier weit von uns und jodelten froehlich dazu. Einige Chilenen machten sogar mit, wobei auch dies bei Ihnen ziemlich grazioes aussah.

Donnerstag, 15. November 2007

Reisebericht Nr. III

Liebe Freunde in der kalten Schweiz,

Wir befinden uns mittlerweile in Belem, einer Grossstadt im Amazonasdelta. Gesprächsstoff bei der hiesigen Bevölkerung und natürlich auch bei den meisten Indiostämmen im Urwald liefert natürlich der Sex-Skandal vom FC Thun. Wir erteilen den Eingeborenen breitwillig Auskunft und versuchen den guten Ruf, welcher der Oberländer Verein hier vor Ort bis vor kurzem noch hatte, zu retten.

Von Jerri aus, sind wir mittels Strandbugy auf der Sandautobahn und per Bus nach Parnaiba, ein verschlafenes Nest mitten im GARNICHTS, gefahren. In diesem Kaff sind wir Dank der Empfehlung eines Italieners gelandet, welcher uns, wie sich spaeter herausstellte, offenbar ueberhaupt nicht ausstehen konnte. Die Parnaiber betrachteten uns wie Aliens und wir benoetigten gerademal 2 Tage um die Bustickets fuer die Flucht zu organisieren.

Nach geglueckter Flucht und holpriger endloser Busfahrt landeten wir schliesslich in Sao Louis. Aus dieser Stadt stammen auch die Fotos mit den Kolonialhaeusern. Auch Sao Louis, welches durchaus seine Reize hatte, vermochte uns jedoch nicht von den Beinen zu hauen. Im Gegensatz zum Cachaca, in welchem wir unseren Frust ertraenkten.

Nun, fuer das Buchen des Weiterfluges nach Belem benoetigten wir nur einen Tag. (Neuer Rekord) Weshalb dauern solche einfachen Dinge so lange, mag sich der aufmerksame Leser hier Fragen? Nun die Antwort ist ganz einfach aber nur schwer verstaendlich: Die Brasilianer verdienen nicht gerne Geld und schon gar nicht auf schnelle oder unkomplizierte Art und Weise.
Beispiel: Um einen Flug von Sao Louis nach Belem zu buchen, konsultierten wir zuerst das Internet. Alles klappte wunderbar, bis es ums Zahlen ging. Internationale Kreditkarten werden hier nicht akzeptiert. Tja, dann gehen wir halt per Taxi ins Reisebuero, dachten wir uns. Dort wurden wir hervorragend beraten und die Brasilianische Schoenheit am Schalter praesentierte uns sogar diesselben Fluege wie wir sie bereits auf dem Netz vorgefunden hatten. Alles lief perfekt, bis es ums Zahlen ging. Nicht einmal Cash wollte sie akzeptieren?!! (Klar, wer mag schon Kunden, welche bar im Voraus zahlen wollen)
Wir lassen uns so kurz vor dem Ziel nicht runter kriegen. Wir nehmen wiederum ein Taxi und fahren diesmal gleich zum Flughafen. Internationale Kreditkarten, welche uebrigens an jedem Marktstand in Brasilien akzeptiert und anschliessend gefaelscht werden, sind auch hier ein Tabu, dafuer erlaubt man uns gnaedigerweise eine Barzahlung. Geschafft!!! Jetzt werden Lazzi und Steven euphorisch und wollen auch gleich den Rueckflug von Belem nach Rio buchen. Kopfschuettelnd und uns von oben herab leicht belaechelnd meinte der Starverkaeufer am Schalter: Fluege von Belem? Sie sind doch hier in Sao Louis!! Fluege von Belem, buche man gefaelligst in Belem. Logisch oder? Auch eine Barzahlung hierfuer (inkl. sizilianischem Bestechungs- und Erpressungsversuch) lehnte er hartnaeckigst ab.

Immer noch kopfschuettelnd landeten wir in der Urwaldmetropole Belem. Hier wurden wir zum ersten Mal seit einem Monat mit Regen konfrontiert. Nach 2 Tagen hatten wir uns auch schon einen Ausflug in den Jungle organisiert und bezahlt. Wir fuhren per Schiff auf einem Nebenfluss des Amazonas nach Marajo, einer Flussinsel von der Groesse Belgiens! Dort wollten wir etwas Action und Abenteuer erleben. Daher erkundigten wir uns fuer eine Kanu Fahrt durch den Regenwald. Im letzten Moment wurde der Trip aufgrund der zu geringen Wassertiefe abgesagt. Als Alternative bot man uns jedoch einen Bueffelritt an. Dieses Angebot nahmen wir etwas entaeuscht an, hatten wir uns doch mehr Action und Jungle-Feeling gewuenscht.

Buffalo-Ride

Auf der Ranch angekommen wurden wir nach Insectenspray gefragt. Mist, den hatten wir in der Euphorie glatt vergessen, aber so schlimm wird der Amazonas Mueckentechnisch ja kaum sein. (Schliesslich haben wir in der Schule im Geo immer gut aufgepasst)
Wir stiegen auf unsere riesigen Wasserbueffel (in kurzen Hosen, in Flip-Flops und mit Kamera und Reisepass ausgeruestet) und legten gleich los. Nach ca. 2 Minuten hatten sich bereits tausende von Moskitos an uns verkoestigt. Der Guide fragte uns: Mucho Adventura? Unsere Antwort kam wie aus der Pistole geschossen: Si Senhor, MUCHO ADVENTURA, per vavor!!!

Kaum hatten wir diese verhaengnisvolle Antwort von uns gegeben, so rutschten wir mit den 1,5 Tonnen Viechern einen schlammigen Steilhang zum Bach hinunter. Das truebe und seichwarme Wasser ragte Steven bereits bis zu den Knien. Dann kam Lazzi auf seinem Mini Bueffel herunter gerutscht. Sofort sass Lazzi bis zum Bauch im Wasser und klammerte sich verzweifelt an den Nackenhaaren vom noch verzweifelteren Bueffel. In letzter Sekund konnte Steven noch die Fotokamera und den Reisepass aus den Hosentaschen ziehen und vor dem Wasser retten. Auch er stand kurze Zeit spaeter bis zum Hals im Wasser. Wir zogen so dann mit unseren Tierchen stromaufwaerts durch, wie man uns spaeter erzaehlte Piranha- und Krokodil verseuchtes Wasser. Teilweise ragten von den Bueffeln nur noch die Nasenloecher aus dem Wasser, der Rest wurde durch die beiden Hobbytouristen unter Wasser gedrueckt. Als sich der Wasserbueffel von Steven zum ersten Mal ins tiefere Wasser begab, kletterten einige, unter dem Sattel saesshaft gewordene Kakaerlaken, unter dem T-Shirt den Ruecken hinauf um sich auf sichere Hoehe zu begeben. Bis Steven das Insekt ertraenkte genoss er aber jede Sekunde der kribbligen Erfahrung.

Nach dem Hoellenritt fragten wir unseren Guide, was denn die uebrigen Touris von dieser Tour hielten und ob dies alle praestierten? Der Guide meinte, dass diese Tour noch nie mit Touristen gemacht wurde und auch fuer ihn war es das erste Mal... Mucho Adventura eben.

Uebrigens, dass 6 Meter Krokodil, welches unlaengst in unserem Fluesschen ausgesetzt wurde, hat offenbar einen ganz lieben Charakter und sollte eigentlich, wie es sich ja jetzt auch herausgestellt hat, keine Gefahr fuer Mensch und Tier darstellen.

Den heutigen Tag haben wir wieder dem Buchen eines Fluges nach Rio, der Homepage und der Imagepflege fuer den FC Thun gewidmet.

Wir freuen uns natuerlich ueber Eure Kommentare und auch ueber alle persoenlichen E-Mails. Danke! Cu soon.

Love Lazzi and Steven

steven_geissbuehler@hotmail.com und marco_lazzara@hotmail.com

Steven and Lazzi´s bull-riding experience...










Samstag, 10. November 2007

Neue Fotos

Ab sofort sind die neusten Pics von unserem Trip im Fotoalbum ersichtlich.
Anstössiger Inhalt bitte an das Gleichstellungsbüro an der Gerechtigkeitsgasse 7 in Bern oder auf der nächsten Polizeistation melden.

Brazil - German Dictionary

Brazil Deutsch
el Dogo - Der Hund
el Cato - Die Katze
Cato blanco - Weisse Katze
Cato negro - Schwarze Katze
Cato mulato - Schwarz-weisse Katze
Bomba Blonda - Scharfe Blondine
Grandschi - Gross
Grandschi romantica - Romantisch
El Matator Suisso - Der Schweizer
Grandschi Hungero - Grosser Hunger
Petito Appetitio - Kleiner Hunger
Internetschi - Internet
MSNtschi - MSN
Kitschi - Kitesurfen
Schnapso forte - Cachaca
Volare uma Cervejsa - Will Bier
Bejia-me - Benjamin oder Kuess mich
Grandschi Amore per vita - Grosse Liebe meines Lebens
Grandschi Amore per Otschi - Grosse Liebe vom heutigen Tag
El Schmuso - Schmuesele
Fieste da praia - Beachparty
El novello Presidente - Benjamin (Salvismontano)
Vota me - Waehle mich
Finito Amazonas - aktive Abholzung des Regenwaldes
Guerro com Argentino - Krieg gegen Argentinien
Chicca bella - Huebsche Frau
Chicca agressivo - Klette
Esta u la proxima Baro? - Wo ist die naechste Bar?
Dangerosito Piranhas? - Hat es hier Piranhas?
Grandschi Familia Militar do Suisso - Angehoerige der Schweizerarmee
Saluto Militari - Militaerischer Gruss
Animalo faulo - Das Faultier
Partita victoria de Suisso - SVP
Mui bien aussarcioni de Suisso - Die Mobiliar
Praia Marzili con Rio Aare - Das Marzili in Bern
Gustisimo Zeiler - Zeiler ist geiler
Selecao de Suissa - Schweizer Nati
Balo Mano agressivo - Handball

Dienstag, 6. November 2007

Reisebericht II

Liebe Daheimgebliebenen,

Unsere lustige Reisegruppe hat sich nach langem hin und her entschieden, nach unserem Aufenthalt im Norden, wieder nach Sueden in ein Touristendorf names Canoa Quebrada zu reisen. Dieses Staedchen liegt auf Sandsteinklippen, welche ueber dem traumhaften Sandstrand empor ragen. Unsere Gruppe wurde durch ein Laupener Findelkind, Namens Mike, noch ergaenzt um nicht zu sagen verstaerkt. Neben den entspannenden Tagen am Strand, war wieder einmal das Nightlife ein grosser Hoehepunkt des Aufenthalts. Insbesondere die Regaee Party am Strand unter dem Himmelszelt war ein absoluter Klassiker. Unter den Hippiebruedern fuehlten wir uns natuerlich puddel wohl und stimmten gemeinsam mit ihnen am Lagerfeuer ein melodioeses Kumbaya ein. Das Berner Reithallenfeeling, welches dabei aufkam, liess uns unser Heimweh rasch vergessen machen.

Uebrigens, Lazzi hat sich als Erster einen gemeinen Sonnenbrand am Strand von Canoa eingeholt!! (Stevens Sonnencreme mit Schutzfaktor 50+ hat ueber Lazzis laecherliche Salbe mit Faktor 16 locker gesiegt)

Unsere Reise fuehrte uns anschliessend wieder nach Fortaleza, da wir nun wieder nach Norden, in das paradiesische Jericoacoara verschieben wollten. Waehrend dem gemuetlichen Znacht in einer Churrascaria, marschierten 3 bis auf die Zaehne bewafnete Typen der beruechtigten Police Militar ins Restaurant ein. Als angehoerige der Schweizerarmee fuehlten wir uns natruelich verpflichtet, den Jungs eine Runde Bier zu offerieren. Tatsaechlich ging unser Plan auf, einer der Polizisten, wie sich spaeter herausstellte war er Major und nichts weniger als der diensthabende Polizeikommandant von Fortaleza, hatte einen riesigen Durst. Als Dank fuer das Bier liess er uns seine persoenliche Mobilnummer ueberbringen, auf welche wir im Falle von Schwierigkeiten jederzeit anrufen duerften. Im Gegenzug befahlen wir uns gegenseitig ins Achtung und meldeten uns militaerisch korrekt ab. Die anderen Restaurantgaeste kamen aus dem Staunen nicht mehr raus.

Am naechsten Tag fuhren wir mit dem Bus nach Jericoacoara, welches gemaess Washington Post einen der 10 schoensten Straende der Welt vorzuweisen hat. Die 6 stuendige Busfahrt in einem oeffentlichen Bus war ein echtes Abenteuer. Bereits das Erwerben der Bustickets nahm mindestens gleich viel Zeit in Anspruch.

Einmal in Jerry angekommen, genossen wir die Traumhaften Straende und das wunderbare Meer in vollen Zuegen. Lazzi und Zueni versuchten sich als Kitesurfer, Steven dagegen griff auf den altehrwuerdigen Windsurfer zuerueck. Zueni lieferte den Beweis, dass man auch mit fluessigem Stuhlgang wunderschoene Figuren am Himmel zeichnen kann. An den Abenden waren wir jeweils alle hundemuede, mit Blasen an den Haenden versehen und vom Muskelkater geplagt in unsere Unterkunft zuruek gekrochen. Da einige Clubs in Brasilien erst um 2 bis 5 Uhr morgens ihre Pforten oeffnen, haben es nicht alle in den Ausgang geschafft.

Abschied nehmen:

Beni, Zueni und Mike haben uns vor einigen Tagen verlassen um ihren Heimflug anzutreten. Nun sind Steven und Lazzi nur noch zu zweit unterwegs. Doch wir liessen uns nicht lumpen und haben heute eine Quadtour durch das Naturschutzgebeit von Jerry unternommen. Steven war zu beginn noch etwas unsicher auf dem Gefaert, liess sich aber bald durch Lazzis halsberecherischen Spruenge ueber die Duenen inspirieren. Jedenfalls musste der Guide uns beide ab und zu an die Benimmdichregeln vom Quadfahren ermahnen.

Ueber die Brasilianer:

Brasilien ist auf jedenfall eine Reise wert. Die Leute hier sind unglaublich aufgestellt und wahnsinnig freundlich. Alle haben immer ein Sonntagslaecheln aufgesetzt und sind sehr hilfsbereit. Auch wenn man kein Wort portugisisch spricht, kann man sich gut mit ihnen verstaendigen (siehe unser persoenliches Brasil-Dictionary auf dem Blog). Was man von den Brasilianern jedoch nicht erwarten kann, ist gute Organisation, Ordnung oder Puenktlichkeit. Witzigerweise sind es genau solche Werte, welche sie sich auf die Fahne geschrieben haben. Naemlich Ordem e progresso...
Dies ist uebrigens auch der Grund, weshalb wir noch keine neuen Fotos auf den Blog stellen konnten. Die Internetverbindung ist dafuer viel zu lahm. Selbst wenn wir zur Zeit gerade in einem Internet Cafe sitzen, welches sich ¨fastest Internetconnection in Town¨ auf die Fahne geschrieben hat.

Dienstag, 30. Oktober 2007

Reisebericht Nr. I

Das Gute oder eben Schlechte an einer Weltreise ist, dass bereits der 1. Flug als Beginn der Heimreise gewertet werden kann. Eben diese ersten Fluege hatten es bereits in sich. Nach 20 h Reisezeit sind wir sicher in Rio gelandet. Alle Warnungen und guten Ratschlaege befolgend, haben wir uns auf den Austritt aus der Flughafenhalle vorbereitet. D.h. Moneybelt festzurren, Notgroschen in Socken stecken, Armbanduhr abstreifen, Attrapen Geldboerse in der Hosentasche, Rucksack vorgehaengt, Faust geballt etc. Wir waren bereit.... Hinter der verspiegelten automatischen Glastuere vom Flughafen Rio erwarteten wir ein warmes Welcome der Favelas Jungs.

Es kam aber anders.... Wir wurden freundlich begruesst und wie verlorene Soehne willkommen geheissen. Unsere Faeuste lockerten sich langsam und Lazzi konnte gar einen Glimmstaengel zwischen seine angespannten Finger zwaengen. Ahh, alles halb so schlimm.

Nun, es war unser Plan am naechsten Tag nach Fortaleza weiterzufliegen um dort unsere Freunde Zueni und Beni zu treffen. Aus Sicherheitsgruenden nahmen wir ein Taxi von der Ankufts- zur Abflugshalle um die Fluege fuer den Folgetag gleich zu buchen. Nach ca. 50 Sek. Fahrt sind wir denn auch sicher bei der Abflughalle angekommen. Lazzi durchkaemmte die Halle auf der Suche nach dem guenstigsten Anbieter. Steven bewachte in der Zwischenzeit das Taxi, in welchem unser Gepaeck gelagert war. Selbstverstaendlich fuehrte die lange Wartezeit zu einem hochspannenden Gespraech mit dem Fahrer, welcher nur portugisisch spricht. Nach der langen stummen Zeit gepraegt von lustiger Zeichensprache, tratt Lazzi wieder auf den Plan und informierte den Taxifahrer, dass wir von der Ankuftshalle aus buchen muessen. Erneut fuhren wir mit dem Taxi zurueck an den Ausgangspunkt. Wir fanden schliesslich ein Angebot fuer einen Flug in derselben Nacht. Das Taxi brauchten wir nicht mehr, schliesslich benutzten wir den Aufzug in die Abflugshalle, was schneller erst noch billiger ist. Die Wartezeit war fast unertraeglich und wir mussten uns gegenseitig necken um wach zu bleiben. Der 5-0 Sieg von Brasilien ueber Equador, welcher die Abflugshalle in einen Festsaal verwandelte, hielt uns zur Degustation der ersten heimischen Gebraeue an. Nach ueber 30 Stunden Reisezeit erreichten wir schlussendlich unser Hotel in Fortaleza. Den Jet-lag hatten wir dadurch bereits besiegt.

Nach nur kurzem Schlaf machten wir ein kleines Passegio rund ums Hotel und an den Strand, vom Hunger geplagt kehrten wir aber bald in die Kneipenstrasse beim Hotel zurueck. Das Lesen der ersten brasilianischen Speisekarte endete in einer wilden Gestikuliererei. Ob das gut kommt....
Oh ja und wie, das Bier kam prontofix und ist klirrenkalt, die Marke Antarctica wurde kurzerhand zum Lieblingsgebraeu erklaert und sollte uns noch weiterhin durch die Abenteuer
Brasiliens begeliten (dazu spaeter mehr). Die Menupreise waren drecksbillig und der Caipi kostet umgerechnet CHF 1.20. Zu unserer Ueberraschung bestellten wir fuer 15 Franken 1 Kilo Fleisch in Filetqualitaet inkl. Beilagen und waren verzaubert von der Zuberiteung auf dem Curasco.
Wer uns ein bisschen kennt, der weis: Essen gut, alles gut!

Kurzdarauf wurden wir von unseren 2 temporaeren Weggefaehrten Beni - Bejia-me und Zuensi der Pelzknecht aufgefunden, ab jetzt war das lustige Treiben nicht mehr aufzuhalten und wir durften nur 2h spaeter schon das erste Cachaca Feeling zur Erfahrungsliste dazu zaehlen.

Dann kurze Zeit spaeter der erste Ausgang. Wir begaben uns in eine Kneipenstrasse, welche auf den ersten Blick an jene in Kos erinnert. Doch, nichts was wir bisher in unserem erfahrungsreichen Leben erlebt haben, war vergleichbar mit diesen Szenen. Das Verhalten der Chiccas grenzte an sexuelle Belaestigung. Unsere Pos wurden derart oft und fest beim vorbeilaufen gekniffen, dass wir alle auf dem Bauch einschlafen mussten. Selbst unsere mangelhaften Salsa-Tanzkenntnisse reichten nicht aus und die Frauenhorde auf Dauer fernzuhalten. Zu guter letzt, wir schafften es mit vereinten Kraeften unversehrt ins Taxi. Wobei die Taxifahrer, Schuhputzer und das restliche herumlungernde Gesindel ebenfalls um unsere Gunst stritten. Einem Taschendieb brach Steven beinahe das Haendchen, als er diesem mit einem zuenftigen Handballergriff den spindelduerren Arm festhielt. Das Attrapenportemonnaie ueberlebte im Gegensatz zur laedierten Hand, den Angriff unversehrt. Kleiner Trost: Schuhputzen kann man auch mit der linken Hand noch...

Am naechsten Tag suchten wir fuer den Ausgang eine ruhigere Gegend aus, wo wir in fast schweizerischen Verhaeltnissen feiern konnten. Jedenfalls konnten wir wieder danach auf dem Ruecken liegend einschlafen.

Nun wollten wir nach den ersten Turbulenten Tagen das Tempo drosseln und fuhren richtung Norden nach Combucco, dem Surfer Paradies. Das Surfen war hier jedoch nicht so einfach wie anderswo, auf 50 qm2 tummelten sich ca. 15 Kiter, nichts fuer klein Lazzilein, auch das Material war ungewoht, flogen wir doch bis anhin auschliesslich mit North, Caprinha oder selten mal mit Naish, gibts in Brasilien fast ausschliesslich Bestkites zum Fliegen. Der ersten Start war dann auch erwartungsgemaess schlecht. Des nervoese Teil schmierte dem wohl noch schlafenden Steuermann zu boden und die Lienen haetten fast noch eine brasilianische Indio-Gang zerstueckelt. Zu weilen Steven beim Schnupperkurs mit dem Uebungsschirm noch zusaetzlich zum Kiteinstructor vom Lazzinho unterhalten wurde. Nach dem Downwindtrip mit ca. 150 m Fahrt und 1,5 km erfolgloser Neustartversuche des Schirms, wurde das Surfprojekt in Cumbuco abgeblasen! Was giebts hier sonst noch...

Halloween:

Wie der Zufall so wollte, fand an unserem ersten Abend in Cumbuco gleich eine Halloweenparty statt. Wir natuerlich mit unseren Kostuemen reisend, fanden die Party angebracht. Als fast die einzigen Weissen in diesem Dorf, waren wir auch ohne Verkleidung ein running gag. Halloween unter Locals ist doch mal was anderes. Die vielen mit Liebe hergestellten Kostueme der Gaeste waren ein Augenschmaus. Die improvisierten Theaterauffuehrungen, die regelmaessigen Ausfaelle der Stereoanlage waren genau so sympathisch wie der Fakt, dass wir uns fuer ca. CHF 20.00 einen ausgezeichneten Ausgang leisten konnten (Lazzi musste uns um 3.00 Uhr verlassen). Beim zuschauen der Tanzkuenste der Locals wurde uns beinahe schlecht. Auch wir versuchten uns auf der Tanzbuehne und legten einen sterbenden Schwan erster Guete hin. Den Einheimischen gefiel unser Auftritt jedoch maechtig und kurze Zeit spaeter wurde Benjamin auch schon als Kandidat fuer den Sitz des Buergermeisters in Combuco gehandelt.

So, wir hoffen Euch allen gehts gut und werden uns bald mit neuen Berichten zu unseren Abenteuern melden. Diese werden bestimmt nicht minder spektakulaer ausfallen, zumal wir uns in richtung Amazons bewegen. Uebrigens ein Punkt in Benis Wahlprogramm, welcher er den Einheimischen schmackhaft machen wollte, war die forcierte Abholzung des Regenwaldes zugunsten einer Autobahn nach Kolumbien. Die Begeisterung hierfuer hielt sich bei der Waehlerschaft allerdings in Grenzen.

Freitag, 19. Oktober 2007

Alles easy

Hallo Schweiz,

Nur ein erstes Lebenszeichen aus Brasilien. Wir sind gut angekommen und Reisen heute von Fortaleza nach Cumbuco i.E. zum surfen. Beni, Zueni, Lazzi und Steven, welche Mitglieder dieser lustigen Reisegruppe sind, sind wohlauf und bei bester Laune und in einer top Verfassung. Leider koennen wir z.Z. noch keine Zaehlbaren Resultate zur Sonnenbrandumfrage liefern. Der Verdacht liegt auf der Hand, dass die Minderheit recht behalten wird und der Sonnenbrand aus der Traumfabrik Hollywood stammt.

So, wir muessen jetzt ins Naturhistorische Museum von Fortaleza (Museeuome Naturalissimonitor da Foz)... Ihr hoert von uns, geniesst den ersten Frost und vergesst nicht zu stimmen. (auch auf der Homepage)

Hochachtungsvoll

die Gefaehrdeten Wandervoegel

Montag, 15. Oktober 2007

Der leise Abgang

Stell Dir vor, Lazzi and Steven rufen zum Abschiedsfest und (fast) niemand kommt.

Wir schreiben den 06.10.07 um ca. 19.00 Uhr: Lazzi hat gerade die letzten silbernen Aschenbecher gerecht auf den Bartischen verteilt, Steven füllt die letzten Vodkaflaschen ins Kühlfach ein und die Anwohner stimmen sich gerade auf einen ruhigen, erholsamen und unter Umständen gar romantischen Samstag Abend ein.

Kurz nach 20 Uhr treffen die ersten Versicherungsheini's von der Mobiliar ein. Typisch, sie wollen immer die ersten auf dem Schadenplatz sein. Nach Abschluss der Siesta finden sich um 20.15 Uhr die heissblütigen Italos vom Sizilia-Laupener Clan ein. Ca. 10 Minuten und um 2 Köpfe grösser marschieren noch die Vertreter vom British Commonwealth ein und kolonialisieren gleich einen Bartisch. Mangels deutschen Vertretern im Saal - Röschle Schwab und seine Mami waren die einzigen - wechseln die Italiener die Seite und schliessen sich gleich zu Beginn den Engländern an. Dem Bierfass gleichtuend tröpfeln oder besser gesagt strömen weitere Besucher in die Arena herein.

20.46 Uhr o zopft is. (viertes Fass) Lazzi und Steven tragen kein Verschulden am Bierverschleiss, der Begrüssungsstress lässt keinen Bierkonsum zu.

21.30 Uhr Schigä der eifrige Barkeeper stellt fest, dass ein 20 L. Bierfass nicht dem schweizerischen Reinheitsgebot entspricht und ungeniessbar ist. Er macht umgehend mittels eigens dafür vorgesehenem Formular "Reisebeschwerde Dollar" Meldung an seine Vorgesetzten. Bis diese jedoch an der Zapfsäule eintreffen, ist das verdings Bier jedoch bereits von der Zapf- und Braugenossenschaft Gillenau verdaut worden. (Zeit 21.40 Uhr)

21.55 Uhr Lazzi und Steven verabschieden sich in einer flammenden, jedoch politisch korrekten Rede von den Gästen. 21.57 Uhr erste Tränen fliessen zeitgleich zum Bier.

Unsere Brüder und Halbblüter laden unter tosendem Applaus zu den offiziellen Festlichkeiten, der mächtigste aller Zentauren (1.96 m) leitet durch die Spiele und erweist sich als erfahrener Sprach sowie auch "Lady" kenner!! Der Engländer entpuppt sich als Jongleur mit A-Skill mindestens Galaktisch und im Italo-Schweizer schlummert wohl noch ein heissblütiges Tanztalent, welches es in Brasilien nocht zu verfeinern gilt.

23.00 Uhr akute chronische Biernot!!! Ausgerufen von Schigä. Not macht erfinderisch und durstig. Der angerufene Getränkelieferant überprüft seine Lieferscheine. Kein Fehler zu erkennen. Wurden kleinere Fässer geliefert? Nein. Mit respektvoller und demütiger Stimme entschuldigt sich der Lieferant für seinen Fauxpas. "Das ist mir noch nie passiert" versucht er sich zu entschuldigen. Wie töricht kann man sein um zu glauben, dass 180 Liter Bier für 150 Personen länger als drei Stunden reichen, erzürnt sich Schigä lauthals. Selbst bei angeschlagener MC Walüse ist dies ein Trugschluss sondergleichen.

23.05 Uhr wo ist eigentlich Volker?

23.17 Uhr die Festlichkeiten nehmen ihren von Gott gegebenen Lauf und die ersten Vertreter des ornitologischen Vereins "Weissbauchkehlchen" machen sich kurzerhand ans Krähen füttern.

23.45 Uhr die Italiener sind beim Znacht, Charly bezirzt die Bienen, Schigä und seine Aaräuer Cousins widmen sich der Zapftkunst, Yvonne bedient liebevoll die Schwerbenziner an der Bar, die Anwohner blicken das erste Mal erzürnt auf die Uhr... kurz, die Welt ist noch in Ordnung. (siehe Party Pic's)

08.00 Uhr: Das Hurni Taxi rückt zum letzten Mal aus um die, sich mittlerweile heimisch fühlenden, Gäste nach Hause zu kutschieren. Die Anwohner atmen tief durch und denken sich "hoffentlich wird die Welcome back Party nicht hier gefeiert".

Liebe Besucherinnen und Besucher, für den unvergesslichen Abend und die tollen Geschenke möchten wir uns von ganzem Herzen bei Euch bedanken! Thanks, Grazie, Merci Hobt's Dank, Merci bien Charly, Häbet Dank, Cheers. Aus aktuellem Anlass Gracias Amigos.



Montag, 10. September 2007

Karte - Sternensaal Neuenegg

Karte Sternensaal
Anfahrt von Bern: Autobahn Richtung Freiburg. Ausfahrt Flamatt (erster Kreisel links, Richtung Flamatt) Beim Restaurant Moleson in Flamatt rechts abbiegen Richtung Neuenegg/Laupen. Der Sternensaal liegt unmittelbar nach der Sensebrücke auf der linken Seite. Weitere Parkplätze auf dem Viehschauplatz in Neuenegg. (Am Restaurant Sternen vorbei fahren, im Kreisel links Richtung Laupen abbiegen. Nach ca. 100 Meter, vis à vis vom Bahnhof Neuenegg, links abbiegen zum Viehschauplatz)

Montag, 13. August 2007

Einladung zur Abschiedsparty


Was:Sentimentale Goodbye Party mit Saus und Braus
Wann:Samstag, 06.10.2007 – ab 20 Uhr
Wo:Sternensaal in Neuenegg
Wer:Family, Friends, Kollegen und Kolleginnen, Lazzi’s Love Affairs, Vertreter vom EDA und dem Tropeninstitut Basel
Weshalb:Weil Ihr uns ein halbes Jahr lang nicht mehr sehen werdet.
Wie:Da wir viele Gäste erwarten, aber nicht schon vor unserer Reise Konkurs anmelden wollen, werden wir für alkoholische Getränke einen kleinen Unkostenbeitrag verlangen. Snacks and Softdrinks are included.
Anmeldung:Bis am 26.09.2007. Am liebsten gleich als Eintrag in unsere Gästeliste (Anmeldung mit gefaehrte@gmx.ch, Passwort lazziandsteven) oder mit 2. Priorität als E-Mail an gefaehrte@gmx.ch
oder per Telefon/SMS an Steven 079 366 85 55

Montag, 30. Juli 2007

die Geburt

Am 30.07.2007, einem gemütlichen Montag Abend erblickte um ca. 20.23 Uhr diese niedliche kleine Homepage mittels Kaiserschnitt das Licht der Welt. Die geplante Wassergeburt fiel dadurch buchstäblich ins Wasser. Hebammann und Geburtshelfer war unser getreuer Kamerad, Micha Bähler.
Für Lazzi und Steven, die stolzen Eltern dieser Page ist es ein gewaltiges Gefühl, mitansehen zu können, wie sich ihre kleine Page ständig weiterentwickelt und täglich wächst.
Die beiden werden versuchen die Page antiautoritär, musisch und umweltbewusst zu erziehen. Bereits ist das Vaterpaar auf intensiver Suche nach einer geeigneten Rudolf-Steinerschule für Homepages...
Damit wir alle das kleine Geschöpf nicht unnötig unter Druck setzen, bitten wir Euch daher inständig, unsere Homepage nicht mit Noten zu bewerten und die Page auch nicht zu kritisieren oder gar zu schlagen.