Freitag, 29. Februar 2008

Reisebericht Malaysia Thailand

Mit oeffentlichen Verkehrsmitteln durch Asien zu reisen ist offenkundig ein Erlebnis der vierten Art. Nicht nur, dass man dem Zigaretten rauchenden Chauffeur beim Car volltanken zuschauen kann, sondern man kann sich zudem noch die neusten und billigsten Bollywood Streifen reinziehen . Oder besser gesagt, es gibt kein entrinnen, weil der Film in voller Lautstaerke gezeigt wird. Somit genossen wir die mitreissende und herzbrechende Geschichte einer Elefantenentfuehrung sowie die zahlreichen Gesangseinlagen der hoch "talentierten" Schauspieler waehrend der fuenfstuendigen Fahrt nach Kuala Lumpur. (Der kleine Elefant ueberlebte die Entfuehrung uebrigens, dank dem unermuedlichen Einsatz des singenden Ninjakaempfers, unbeschadet)

In Kuala Lumpur gehoert man als Fussgaenger zur untersten Kaste ueberhaupt. Eine Strassenueberquerung ist meist unmoeglich oder erfordert zumindest ein zuenftiges Stueck Mut. Und selbst wenn die Ampel auf gruen steht, heisst dies noch lange nicht, dass man die Strasse gefahrenlos ueberqueren darf.

Ebenso gefaehrlich wie die Fussgaenger, leben hier aufgeschlossene kulinarische Entdecker, zu welchen wir uns mittlerweile zaehlen koennen. Hoehepunkt unseres Essensstreifzugs durch die Hintergassen Lumpur's, bildete der Besuch einer Gassenkueche, welche ausschliesslich von den aermsten Einheimischen aufgesucht wurde. Im Preis fuer's Essen (total CHF 5.00) war sogar noch eine sensual Footmassage der wohl genaehrten Kakerlaken inbegriffen. Der hiesige Lebensmitteler hat bei der Erteilung der Lizenz wohl wieder mal ein Auge zugedrueckt. Ein Schweizer Lebensmittelkontrolleur haette vermutlich den Inhaber mindestens auf die offene durch die Gasse laufende Abwasserkanalisation und die darin lebenden Ratten aufmerksam gemacht.

Mit dem Bus reisten wir anschliessend in die Cameron Highlands, welche sich mit der Teeproduktion einen Namen gmacht haben. Auf 1500 muem. genossen wir mal wieder die kuehlere Temparaturen. Die Teeplantagen sind wirklich sehenswert und unser Guide, ein ambitionierter aber untalentierter Rennfahrer sorgte bei der Fahrt jeweils fuer Hochspannung.

Leider mussten wir feststellen, dass Malaysia sehr stark verschmutzt ist und die Einheimischen kaum sorge zu ihrem Paradies tragen. Beispielsweise war der Strand auf Penang, der wichtigsten Touristen Insel Malaysias, von Plastiksaecken, Zigarettenstummeln und Spritzen uebersaeht. Das Wasser war eine milchig weisse Bruehe, welcher wir selbst bei ueber 30 Grad locker wiederstehen konnten. Dafuer wurden wir durch die wunderschoenen am fruehen Morgen und Abend, aus den Moschen erklingenden Gebete fuer die mangelhaften Straende mehr als nur entschaedigt.

Jedenfalls wollten wir moeglichst rasch via Lankawi in Richtung Thailand weiter reisen. Durch unseren kompetenten Reiseberater Ignaz Margelisch auf die Trauminsel Ko Lipe aufmerksam gemacht. Wir fanden uns im Paradies wieder und legten gleich einige Tage Strandfereien ein... Urlaub vom Urlaub sozusagen.

Selbstverstaendlich gingen wir hier auch Tauchen. Lazzi, der frischgebackene Open Water Diver nuckte gleichermassen an seiner Luftflasche, wie am Abend zuvor an der Bierflasche und den Ziggis*. Innert Rekordzeit hiess es dann: "Flasche leer". Mit lediglich noch 10 Bar Luft in der Flasche, (jedem Taucher stehen an dieser Stelle die Nackenhaare auf) schoss der kleine Schluckspecht an die Wasseroberflaeche. Der Tauchgang war somit fuer alle in unserer Gruppe zu Ende, was besonders jene Taucherin mit 110 Bar Luftreserve zu begeistern vermochte.

*Bei naeherer Betrachtung der Fotos werdet ihr feststellen, dass Lazzis Coiffeur-Besuch laengst ueberfaellig ist. Unsere kleine laufende Wette ist der Ausschlag dafuer: Lazzi darf sich die Haare erst schneiden lassen, wenn er endlich Nichtraucher ist.

Dies ist uebrigens noch ein Video mit eine Tassie Devil in Action, welches wir euch vorenthalten haben. Unbedingt mit Ton anschauen!!

Liebe Gruesse und an die Heimat und bis bald
Steven und Lazzi

P.S. Uebrigens werden wir schon bald die Raeubergeschichten von unseren beiden temporaeren Reisegesellen Beni und Rolatan praesentieren, also stay tuned!!

Dienstag, 26. Februar 2008

Dienstag, 12. Februar 2008

Montag, 11. Februar 2008

Reisebericht - Australasia

Leichte Nebelschwaden ziehen ueber die Ruinen der alten beruechtigten Strafkolonie von Port Arthur. Die einsetzende Nacht hat laengst ihr dunkles Leichentuch ueber das von Geistern und verlorenen Seelen heimgesuchte Gelaende gelegt. Aus der Ferne sieht man eine Gruppe dunkler Gestalten ueber den Friedhof schleichen. Einzig drei schimmernde Laternen weisen ihnen den Weg durch dieses spukende Labyrinth aus Grabsteinen. Drei Laternen und ein Glimmstaengel um genau zu sein... Jawohl, Lazzi raucht immer noch, natuerlich auch waehrend der naechtlichen Geistertour.

Man zeigte uns bereits am Nachmittag auf einer gefuehrten Tour die schrecklichen Zustaende im Straflager der nach Tasmanien deportierten Gefangenen. Kopfschuettelnd und mit groesstem Entsetzen nahmen die Touristen insbesondere die himmeltraurigen Unterkuenfte der Inhaftierten zur Kenntnis. Die Gefangenen wurden auf engstem Raum, auf drei Etagen, mit bis zu dreissig Mann pro Schlag zusammen gepfercht. Ihre persoenlichen Habseligkeiten konnten sie nur auf einem Tablar deponieren. Besonders schlimm fand es die Gruppe und auch der Tourguide, als wir sie darauf aufmerksam machten, dass solche Zustaende in gewissen Laendern heute noch immer vorherrschen: Wer schon mal im WK war, weiss wovon wir sprechen...

Nach diesem Weekend mieteten wir uns einen Kleinstwagen um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Wineglassbay, einer der schoensten Straende der Welt, sowie das Gebiet um Cradle Mountain, immerhin Weltnaturerbe, gefielen uns besonders gut. Wir wanderten teilweise bis zu 6 Stunden durch die unberuehrte Wildnis Tasmaniens und durften sogar einen vom Aussterben bedrohten Tassie Devil streicheln.

Nach der tollen Zeit bei Chris und Geraldine in Tasmania flogen wir via Italien (Melbourne) nach Asien. Uebrigens, lernten wir in Melbourne noch weitere 20 Verwandte von Lazzi kennen.

In Hong-Kong angekommen, stellten wir mit Schrecken fest, dass es hier eigentlich saukalt ist!!! Bei 10 Grad Celsius, feierten und frierten wir mit den Chinesen, heuer bereits zum zweiten Mal, Neujahr. Hiermit wuenschen wir Euch allen ein froehliches Jahr der Ratte!!

Die Neujahrsfeier in China verlaeuft etwas anders als bei uns im Westen... Erstens, brennen ueberall in der Stadt 100000de Raeucherstaebchen ab und selbst im Hotelgang wird ein ganzer Raeuchertopf abgefackelt. Als gute Touristen wollten wir mit unseren chinesischen Freunden unbedingt auf's Neue Jahr mit Schaempis oder Bier anstossen. Weit gefehlt, kein Schluck Alkohol wird hier auf der Strasse getrunken?! Als gute ethische Touristen, die wir natuerlich sind, kann man die Einheimischen aber auch zu ihrem Glueck zwingen und trotzdem auf sie anstossen.

Essen ist in Asien natuerlich noch ziemlich trickreich. Bitte waehle doch dein Lieblingsessen von nebenstehender Menukarte:

Von Huehnerkoepfen -und Fuessen, ueber Aale und Krabbelviecher, bis hin zur Schlange, gibts hier alles, was das Schlemmerherz begehert. Besonders haben es uns aber die delicioesen, noch lebendig servierten Froesche angetan. Hmmm, schad gits das im Baere nid.

Uebrigens haben wir in China noch einen Bruder von YB's Schischue getroffen. (siehe Video) Der Grundtenor bei der Mehrheit der von uns befragten Chinesen ist uebrigens der, dass er bei YB nie eine echte Chance erhalten hat.

Im Zuge und Rummel der Silvesterfeierlichkeiten bestiegen wir kurzerhand eine Faehre, urspruenglich um das Hafenbecken von Hong-Kong bei Nacht geniessen zu koennen. Als wir jedoch die Passkontrolle passiert hatten, daemmerte es uns langsam, dass wir wohl auf eine falsche Faehrte gelockt wurden. So kam es dann auch, dass wir mit der letzten Faehre, Hong-Kong in Richtung chinesisches Festland verliessen. Auauauauaua... Wir nahmen uns fest vor, diese Gelegenheit zu nutzen, um mit den Chinesen ueber Menschenrechte und Tibet offen zu debatieren.

In China fuehlten wir uns aber sofort puddelwohl und besuchten ein herziges kleines Casino etwa von der Groesse Laupens. Das "Venezia" hatte auf der 2. Etage sogar einen Teil des Kanalsystems Venedigs inkl. Markusplatz nachgebaut. Die Rueckfahrt mit der Faehre in den fruehen Morgenstunden nach Hong Kong fanden wir uebrigens zum K.... Lazzi fand im Anschluss daran dafuer noch seine Nr. 10 in der Afterhour.

Von Hong-Kong aus sind wir nun via Singapore in Malaysia gestrandet... Mehr dazu folgt bald. Ebenfalls wollen wir unser Versprechen mit der Hingischen Karte einloesen.

Kiss and Hug

Lazzi and Steven

Montag, 4. Februar 2008

Zwischenbilanz

Unsere vorab mit dem Reisevorstand und -controlling minutioeus vorbereitete Reiseagenda schreibt uns per Ende Januar, das Ziehen einer Zwischenbilanz vor: Um die weitere Unterstuetzung unserer Sponsoren nicht zu gefaehrden, wollen wir dieser Auflage hiermit in gekuerzter Form Folge leisten:

Auswirkungen unserer Absenz auf Dritte:
Aus sportlicher Sicht hat sich unser Absentismus ganz klar ausbezahlt. SCB und YB bluehen ohne die Anwesenheit ihrer beiden kritischen Fans so richtig auf. Man merkt halt, dass die Jungs nun ohne jeglichen Druck spielen koennen. Auch die 1. Mannschaft des HBC Sense hat waehrend unserer Reise Fortschritte gemacht. Hier wirkt es sich vermutlich positiv aus, dass die Jungs nun endlich mal vollzaehlig auf dem Spielfeld stehen. Dafuer hat sich auf der Sensner Strafbank eine leichte Staubschicht gesetzt.

Politisch gesehen, muss man eines ganz klar festhalten: Das mit Blocher waere mit uns in der Schweiz sicher nicht passiert. (PUNKT)

Auch die (Welt-) Wirtschaft hat prompt auf unseren fehlenden Beitrag zur Wertschoepfung reagiert und dies mittels Boersencrash abgestraft. Sorry! Uebrigens haben wir zur Finanzierung der Weltreise unsere Aktienpakete im Oktober 2007 abgestossen...


Auswirkungen unserer Anwesenheit auf Dritte:
Nun, sportlich gesehen, laesst sich ganz klar ein Umkehrschluss vom obgesagten ziehen. Roger Federer konnte mit dem Druck unserer Anwesenheit nicht umgehen und ist gescheitert. Die australische Cricket Nati befindet sich fortan in der Krise.

Nebst den verherenden Erdbeben in Chile und Neuseeland, sowie den schweren Ueberschwemmungen in Australien, hatten wir kaum welche Naturkatastrophen miterlebt.

Ansonsten sind wir dermassen unauffaellige Zeitgenossen, dass wir oft voellig unbemerkt, als stille Beobachter durch die Laender schleichen.

Uebrigens koennt ihr es uns gleichtun und die neuen Fotos im Fotoalbum in aller Ruhe betrachten.