Montag, 11. Februar 2008

Reisebericht - Australasia

Leichte Nebelschwaden ziehen ueber die Ruinen der alten beruechtigten Strafkolonie von Port Arthur. Die einsetzende Nacht hat laengst ihr dunkles Leichentuch ueber das von Geistern und verlorenen Seelen heimgesuchte Gelaende gelegt. Aus der Ferne sieht man eine Gruppe dunkler Gestalten ueber den Friedhof schleichen. Einzig drei schimmernde Laternen weisen ihnen den Weg durch dieses spukende Labyrinth aus Grabsteinen. Drei Laternen und ein Glimmstaengel um genau zu sein... Jawohl, Lazzi raucht immer noch, natuerlich auch waehrend der naechtlichen Geistertour.

Man zeigte uns bereits am Nachmittag auf einer gefuehrten Tour die schrecklichen Zustaende im Straflager der nach Tasmanien deportierten Gefangenen. Kopfschuettelnd und mit groesstem Entsetzen nahmen die Touristen insbesondere die himmeltraurigen Unterkuenfte der Inhaftierten zur Kenntnis. Die Gefangenen wurden auf engstem Raum, auf drei Etagen, mit bis zu dreissig Mann pro Schlag zusammen gepfercht. Ihre persoenlichen Habseligkeiten konnten sie nur auf einem Tablar deponieren. Besonders schlimm fand es die Gruppe und auch der Tourguide, als wir sie darauf aufmerksam machten, dass solche Zustaende in gewissen Laendern heute noch immer vorherrschen: Wer schon mal im WK war, weiss wovon wir sprechen...

Nach diesem Weekend mieteten wir uns einen Kleinstwagen um die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Wineglassbay, einer der schoensten Straende der Welt, sowie das Gebiet um Cradle Mountain, immerhin Weltnaturerbe, gefielen uns besonders gut. Wir wanderten teilweise bis zu 6 Stunden durch die unberuehrte Wildnis Tasmaniens und durften sogar einen vom Aussterben bedrohten Tassie Devil streicheln.

Nach der tollen Zeit bei Chris und Geraldine in Tasmania flogen wir via Italien (Melbourne) nach Asien. Uebrigens, lernten wir in Melbourne noch weitere 20 Verwandte von Lazzi kennen.

In Hong-Kong angekommen, stellten wir mit Schrecken fest, dass es hier eigentlich saukalt ist!!! Bei 10 Grad Celsius, feierten und frierten wir mit den Chinesen, heuer bereits zum zweiten Mal, Neujahr. Hiermit wuenschen wir Euch allen ein froehliches Jahr der Ratte!!

Die Neujahrsfeier in China verlaeuft etwas anders als bei uns im Westen... Erstens, brennen ueberall in der Stadt 100000de Raeucherstaebchen ab und selbst im Hotelgang wird ein ganzer Raeuchertopf abgefackelt. Als gute Touristen wollten wir mit unseren chinesischen Freunden unbedingt auf's Neue Jahr mit Schaempis oder Bier anstossen. Weit gefehlt, kein Schluck Alkohol wird hier auf der Strasse getrunken?! Als gute ethische Touristen, die wir natuerlich sind, kann man die Einheimischen aber auch zu ihrem Glueck zwingen und trotzdem auf sie anstossen.

Essen ist in Asien natuerlich noch ziemlich trickreich. Bitte waehle doch dein Lieblingsessen von nebenstehender Menukarte:

Von Huehnerkoepfen -und Fuessen, ueber Aale und Krabbelviecher, bis hin zur Schlange, gibts hier alles, was das Schlemmerherz begehert. Besonders haben es uns aber die delicioesen, noch lebendig servierten Froesche angetan. Hmmm, schad gits das im Baere nid.

Uebrigens haben wir in China noch einen Bruder von YB's Schischue getroffen. (siehe Video) Der Grundtenor bei der Mehrheit der von uns befragten Chinesen ist uebrigens der, dass er bei YB nie eine echte Chance erhalten hat.

Im Zuge und Rummel der Silvesterfeierlichkeiten bestiegen wir kurzerhand eine Faehre, urspruenglich um das Hafenbecken von Hong-Kong bei Nacht geniessen zu koennen. Als wir jedoch die Passkontrolle passiert hatten, daemmerte es uns langsam, dass wir wohl auf eine falsche Faehrte gelockt wurden. So kam es dann auch, dass wir mit der letzten Faehre, Hong-Kong in Richtung chinesisches Festland verliessen. Auauauauaua... Wir nahmen uns fest vor, diese Gelegenheit zu nutzen, um mit den Chinesen ueber Menschenrechte und Tibet offen zu debatieren.

In China fuehlten wir uns aber sofort puddelwohl und besuchten ein herziges kleines Casino etwa von der Groesse Laupens. Das "Venezia" hatte auf der 2. Etage sogar einen Teil des Kanalsystems Venedigs inkl. Markusplatz nachgebaut. Die Rueckfahrt mit der Faehre in den fruehen Morgenstunden nach Hong Kong fanden wir uebrigens zum K.... Lazzi fand im Anschluss daran dafuer noch seine Nr. 10 in der Afterhour.

Von Hong-Kong aus sind wir nun via Singapore in Malaysia gestrandet... Mehr dazu folgt bald. Ebenfalls wollen wir unser Versprechen mit der Hingischen Karte einloesen.

Kiss and Hug

Lazzi and Steven

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