Freitag, 25. Januar 2008

Downunder - Reisebericht

Vorwort

Wenn einer eine Reise tut, dann trifft er nebst vielen netten und weniger netten Menschen (bsp fuer weniger nette Menschen siehe Bewohner vom Matesplace, mit Ausnahme von jenen in Rogers Zimmer) auch nette und weniger nette Tiere. Diesen Blogeintrag wollen wir den zwischenmenschlichen und zwischentierlichen Beziehungen widmen. Wobei wir waehrend dieser Reiseetape ausschliesslich nette Menschen getroffen haben.


The great ocean road, eigentlich nur ein Ausweichprogramm aufgrund des Zyklons in Brisbane, erwies sich als absoluter Knueller. Die wildromantische Kueste mit steilen Felsen und traumhaften kleinen Sandbuchten hat uns begeistert. Fast taeglich spielten wir in den grossen kuehlen Wellen vom Southern Ocean tschiggis. Auch der Hautbraeunungsprozess verlaeuft hier, ohne die stoerende Ozonschicht, viel rasanter. Einziger Wehmutstropfen bildeten die abermillionen von Fliegen, welche pausenlos die Fluessigkeit aus unseren Augenaepfeln zu saugen versuchten.

Taemis grosses Herz fuer Tiere bescherte uns zwischendurch immer wieder Tierparkbesuche und etliche Kuscheleinheiten mit Wallabis, Kangaroos, Koalas und Wombats. Steven machte die Zoobesuche zwar mit, meinte aber, dass man man die vielen am Strassenrand schlafenden Fellknaeuel umsonst kuscheln koennte. Lazzi, welcher grundsaetzlich lieber mit netten Menschen als mit Tieren kuschelt, liess einen einzigen Tierparkbesuch ueber sich ergehen. Bei allen anderen Tierparkbesuchen liess er sich ins Pub abdetachieren und streichelte dort liebevoll sein Pint.

Als Ersatz fuer Fraserisland buchten wir einen Trip nach Kangarooisland. Auf den Baeumen im Caravanpark hiengen wilde Kaolas wie reife Aepfel in den Baeumen rum. Auch hierbei liess sich Lazzi kaum begeistern. Er meinte, dass es nicht unbedingt spektakulaerer sei ein Tier in freier Wildbahn zu erleben als im Zoo, wenn dieses 22h pro Tag schlaeft. Stattdessen versuchte sich Lazzi als Rallyfahrer und breschte mit dem Nigelnagelneuen Mietwagen durch’s Dickicht. Bis auf den Auspuff war alles total verkratzt. Lazzi meinte nur trocken, dass dies mit dem Toeff sicher nicht passiert waere.

Taemi, welche bereits mit dem Mietwagen in Neuseeland eine Entenfamilie ausgeloescht hatte, wollte als Wiedergutmachung die scheuen, besonders lichtempfindlichen und gefaehrdeten Pinguine auf Granitisland in freier Wildbahn beobachten. Illegalerweise schlichen wir uns bei Daemmerung auf Zehenspitzen ins Naturschutzgebiet. Nach langem suchen fanden wir endlich einen nur Bierflaschengrossen Pinguin vor seiner kleinen Hoehle. Geistesgegenwaertig zueckte Taemi ihre Kamera hervor und verursachte ein wahres Blitzlichtgewitter. Der arme kleine Pingu, wusste nicht wie ihm geschah und torkelte geblendet und voellig verstoert ins Versteck und wart nie mehr gesehen...(sniff)

Nun war es fuer uns an der Zeit, nach little Italy (Melbourne) zu fliegen um Lazzis Familie zu treffen. Der uns am Flughafen bereitete Empfang uebertraff alle Erwartungen und erinnerte uns an die glorreiche Rueckkehr der verlorenen Soehne Adams nach Babylon.

Bis auf den Neffen von Lazzis Coucousins Tochterssohnsnichte, vaeterlicherseits und dessen Onkels Cousinshalbbruder mit Hund, waren sie alle zum Empfang erschienen und kuessten uns frenetisch ab. Wir wurden bedient wie Halbgoetter und labten uns am formidablen und delicioesen Mahl. Beim obligaten Familienfoto ragte der Koerper Steven’s mehr als doppelt so hoch aus der Menge heraus. Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle bemerken, dass Steven nun Mitglied der italienischen Grossfamilie geworden ist. Somit ist er nun hochoffiziell 50% Schweizer, 50% Englaender und in Melbourne 100% Italiener. Selbst nach etlichen Tagen liess Steven seine aelteren neuen Familienmitglieder im Glauben, fliessend italienisch sprechen und vor allem verstehen zu koennen. (Halt einfach mit alt-ligurischem Dialekt)

Selbsteverstaendlich erwiesen wir auch King Roger am Australian Open die Ehre. Leider konnten wir nicht mal fuer seine Vorrundenspiele in der Rod Laver Arena Tickets ergattern, worauf wir uns einen Groundpass kauften. Mit diesem Ticket hat man Zugang zu allen uebrigen Stadien und kann Roeschle immerhin beim public viewing geniessen. In Melbourne haben wir unsere Lieblingsmasche einige Male ausgekostet. Bspw. fragten wir einen der zahlreichen Helfer, wann immer moeglich vor versammeltem Publikum, ob eigentlich auch ein Schweizer Spieler beim Turnier mitmacht? Schliesslich sind wir ja aus der Schweiz. „Sure, Roger Federer is Swiss“, bekamen wir gleich zur Antwort. Daraufhin erkundigten wir uns wie folgt: „But, is he any good...?“ Die Auskunftsperson blickte uns mindestens so verdutzt an wie der kleine Pinguin nach dem Fotoshooting.

Nach unserem super Aufenthalt in Melbourne, welcher auch fuer unser Reisebudget reinstes Balsam war, nahmen wir den Flieger in Richtung Tasmanien. Am Flughafen wurden wir von Steven’s Gotte Geraldine und Ihrem Mann Chris herzlich empfangen. Hier unten kann man noch die pure Natur geniessen. Wir sind mit dem Schiff aufs Meer gefahren um Flatheadfish zum Mittagessen zu fangen. Dieser Prozess verlaeuft in etwa wie folgt: Fischerrute max. 10 Sekunden ins Meer halten und Fisch rausziehen. Voila c’est bon.
Innert 20 Minuten hatten wir 24 Fische im Korb, jene welche wir aufgrund ihrer Groesse wieder ins Meer warfen, nicht mitgezaehlt. Haetten wir an der Coopkasse Fische eingekauft, waere es vermutlich nicht schneller gegangen. Einziger Unterschied: Es gab keine Superpunkte und Pfannenmaergeli. Beim Ausnehmen der Fische, wurden wir von Chris genau instruiert; schliesslich hat der Flathead etliche Stacheln am ganzen Koerper verteilt. Nach einigen erfolglosen Filetierungsversuchen, lachte sich Chris ins Faeustchen und meinte zu Steven: „Gaeu, isch haut chli glitschiger aus ae Chuguschriber“... Wo er Recht hat, hat er Recht.

Tagtaeglich koennen wir die Kangaroos und Kokaburas von unserer Terasse aus im Garten beobachten. Voller begeisterung wollen wir die Tiere mit unserer Kamera ablichten. Chris hingegen ist anderer Auffassung und meint jeweils: „Shoot the bastards“

Da Fischen im Meer fuer uns keine wirkliche Herausforderung mehr darstellt, fuhren wir zum Forellenfischen. Ca. 2 Stunden lang jagten wir die Forellen ohne Erfolg unermuedlich mit unseren Loeffeln. Doch das Blatt sollte sich bald wenden und wir wurden vom Jaeger zum gejagten... Waehrend wir uns zum Auto zurueck begaben, stellte Steven ploetzlich aber viel zu spaet fest, dass sich eine Tiger Snake in etwa 1 Meter Entfernung zu uns, zur Angriffsposition aufrichtete und wild zischte. Wir liessen uns spaeter sagen, dass ueblicherweise nach diesem Verhalten ein Angriff erfolgt, welcher oftmals toedliche Folgen hat. Offenbar hat der Giftschlange unsere Gleichgueltigkeit ihr gegenueber dermassen imponiert, dass sie sich wie ein geschlagener Hund davon machte. Diese Nahtod erfahrung rief unsere Urinstinkte hervor, worauf wir 5 Regenbogenforellen am Stueck fiengen und von blosser Hand erschlugen... Wuaaaaaa!!

(Wikipedia zur Tiger Snake: Tiger snakes possess a potent
neurotoxin, coagulants, haemolysins and myotoxins, and rank amongst the deadliest snakes in the world. Symptoms of a bite include localized pain in their foot and neck region, tingling, numbness, and sweating, followed by a fairly rapid onset of breathing difficulties and paralysis.)



Unser flotter Weltausflug fuehrt uns nun nach Port Arthur, wo wir um Mitternacht eine Geistertour ueber den Friedhof der Convicts machen und in einem Geisterhaus naechtigen werden. (Nach der Schlange kann uns nun nichts mehr erschuettern...)

Details von der Geisterstunde gibts im naechsten Blog Post... Uuuuuuuuhhhhh!

Montag, 7. Januar 2008

NZ - Aussie Crossover - Reisebericht

Es freut uns ja auch, dass ihr gemaess unserer Umfrage den werten Herrn BR Blocher vermisst. Jedoch hatten wir uns eigentlich insgeheim erhofft, dass wir in Eurer Gunst hoeher stehen, als ein Euch persoenlich unbekannter Politiker.... Aber eben, wer die Antwort scheut, sollte schliesslich gar nicht erst Fragen stellen.



Trotz dieses Rueckschlages wuenschen wir Euch Allen ein Happy New Year!!!
(geniesst die Stille noch, bald kommen wir heim....)


Nachdem wir einige Tage in getrennten 2er Gruppen unterwegs waren, trafen wir uns am wunderschoenen Lake Wanaka wieder. Auf dem Weg dorthin besuchten wir die beiden Gletscher Fox und Franz Josef, welche verblueffenderweise mitten in einem Regenwald liegen.

Am Lake Wanaka, fuer uns einer der schoensten Bergseen der Welt, verbrachten wir drei erholsame Tage auf einem Nature Camping Ground. Dabei lebten wir den Traum, uns als Selbstversorger ueber die Runden bringen zu koennen. Nach Stunden des erfolglosen Fischens, einigen leichten Verletzungen und etlichen im See versenkten Fischerhacken, traten wir beschaemt und frustriert den Weg zum Shoppingcenter an. Da man uns dort partout kein Dynamit verkaufen wollte, mussten wir den Traum vom autarken Leben endgueltig begraben. (Fleisch ist ohnehin viel besser als Fisch)

In der Adrenalin Hochburg Queenstown (Bungee, Sky-Diving etc.) buchten wir einen River Rafting Ausflug. Die halsbrecherische Busfahrt entlang der steilen ungesicherten Klippen zu den Stromschnellen, war mindestens ebenso aufregend, wie das Rafting selbst. Da unser Boot nicht unfallmaessig kippen wollte, stuerzten wir uns halt todesmutig aber freiwillig in den reissenden Fluss. Unserem Guide, einem sanften und warmherzigen US-Boy, vermochte diese Aktion nur bedingt zu gefallen.

Weihnachten wollten wir unbedingt in der Bierhauptstadt Dunedin verbringen, wo unser lieblings Gerstensaft "Spades" liebevoll gebraut wird. An Weihnachten suchten wir an stelle von Samichlous einen Zahnarzt fuer Lazzi auf. Sein auf die Zahnreihen stossender "Weihnachtszahn" loeste nebst grossen Schmerzen, eine Wueste Zahnfleischinfektion aus. Wie wir spaeter feststellen sollten, haben alle Zahnaerzte Neuseelands an Weihnachten frei. Auf der Notaufnahme des Spitals begruendete man uns dies mit groesster Selbstverstaendlichkeit folgendermassen: "Von Zahnschmerzen alleine ist noch kein Mensch gestorben. Also wozu braucht es dann einen Notfalldienst??"
Diese Aussage vermochte Lazzi nur bedingt zu befriedigen, worauf er sich mit Ponstan 500, Algifor und Spades zudroehnte. Die Aerztin in der Notaufnahme behielt uebrigens Recht: Lazzi ueberlebte tatsaechlich (siehe Fotos)

Obwohl wie gesagt keine akute Lebensgefahr mehr bestand, suchte Lazzi in Christchurch fuer laeppische $ 150.00 einen Zahnarzt auf. Mittels beruehmter Zweifingertechnik stellte der Halbgott in Weiss innert 10 Sekunden fest, dass mindestens zwei, besser aber drei Weisheitszaehne entfernt werden muessten. Pro Zahn offerierte er einen Preis von $ 400.00, wuerde aber bei drei Zaehnen einen Mengenrabatt von $ 100.00 gewaehren. Lazzi, sich der nicht-vorhandenen Lebensgefahr nun bewusst, entschloss sich, das lukrative Angebot abzulehnen. An dessen statt, investierte er das Geld gewinnbringend in Schmerzmittel und Bier.
In der Zwischenzeit holte sich R. S. aus L. mit Heimatort K. im botanischen Garten, am helllichten Tag, sein wohlverdientes NZ-Faehnlein. Voila, c'est bon, auf nach Sydney!



Abflug Christchurch um 15.00 Uhr, Ankunft in der Hoelle 21.03 Uhr im Backpacker "Matesplace" in Sydney....

Bereits bei unserer Ankunft stolperten wir mitsamt unserem Gepaeck ueber die ersten
Alkoholleichen, welche sich in den Gaengen des Backpackers suhlten. Taemi und Steven landeten zu ihrer grossen Freude im grossen Party 12er Schlag, dort wo ihre Zimmergenossinen und -genossen bis in die spaeten Morgenstunden u. A. Trinkspiele, sexuelle Akte und Drogendelikte veruebten. Die Sitaution verbesserte sich jedoch leicht, als Steven die Zimmergenossen bei einem ihrer Trinkspiele zurueck in ihre Schranken verwies.

Lazzi naechtigte im etwas ruhigeren 8er Schlag, zusammen mit charmanten englischen Fabrikarbeitern. The Queen would not at all have been amused by the rather inappropriate behaviour of her fellow citizens.

R.S. aus L. mit Heimatort K., noch immer auf der Erfolgswelle von Christchurch surfend, landete im intimen 6er Schlag mit fuenf skandinavischen Top-Models. Zu seinem Entsetzen stolzierten diese Schoenheiten jeweils halb- bis splitterfaser nackt durch's Zimmer und bruesteten sich. (siehe Fotos)


An Silvester pilgerten wir an den Manli Beach. Beim allerersten Schumm im Meer, wurden Taemi und Steven von "Blue-Bottle Jellyfish" (Quallen) gestochen. Taemis Beine glichen innert kuerzester Zeit jenen von Miss Tschernobyl: Mit Pusten uebersaeht, zum Anbeissen schoen, wie ein Fasnachtschuechli.


Kurz nach dem imposanten Silvester Feuerwerk im Hafenbecken von Sydney, musste Taemi aufgrund ihrer geschwollenen Beine die Notaufnahme aufsuchen (Lebensgefahr hin oder her). Wer schon mal Silvester in der Notaufnahme gefeiert hat, kann sich phasenweise vorstellen, was dort abgeht. Wir hatten das grosse Glueck mitzuerleben, wie die Alkoholleichen der 1. Schicht aufgeweckt und heimgeschickt wurden. Die Schluckspechte wurden mit folgenden originellen Spruechen wieder zum Leben erweckt:

1. Wake up, your parents are here!
2. Wake up, guess you missed the great fireworks, you specially came here for!
3. Wake up, would you like a glass of wine?


Kurz darauf, am 3. Januar, mussten wir Roger Schwab aus Laupen, mit Heimatort Kerzers wieder der Heimat entsenden.
Die flotte verbleibende 3er Gruppe flog nach Brisbane, um von dort aus Fraser Island zu erkunden. Ein Zyklon (Elementarereignis) machte uns jedoch einen grossen Strich durch die Rechnung. Fraser Island und die umliegenden Gebiete wurden evakuiert. Darauf hin mussten wir wohl oder uebel unsere Plaene aendern und nach Sueden fliegen.


In Melbourne angekommen, mieteten wir einen Wagen und fuhren in einen Wildlifepark. Dort konnten wir mit Kaengurus, Koalas, Wombats und Giftschlangen kuscheln. (so schoooen!)
Zur Zeit begehen wir die Great Ocean Road Richtung Adeleide und werden dabei hoffentlich von weiteren Spitalbesuchen verschont bleiben!

Ueber Skype-Anrufe, Kommentare auf der Homepage, E-Mails und SMS freuen wir uns immer wieder riesig. Thanks!