Wenn einer eine Reise tut, dann trifft er nebst vielen netten und weniger netten Menschen (bsp fuer weniger nette Menschen siehe Bewohner vom Matesplace, mit Ausnahme von jenen in Rogers Zimmer) auch nette und weniger nette Tiere. Diesen Blogeintrag wollen wir den zwischenmenschlichen und zwischentierlichen Beziehungen widmen. Wobei wir waehrend dieser Reiseetape ausschliesslich nette Menschen getroffen haben.
The great ocean road, eigentlich nur ein Ausweichprogramm aufgrund des Zyklons in Brisbane, erwies sich als absoluter Knueller. Die wildromantische Kueste mit steilen Felsen und traumhaften kleinen Sandbuchten hat uns begeistert. Fast taeglich spielten wir in den grossen kuehlen Wellen vom Southern Ocean tschiggis. Auch der Hautbraeunungsprozess verlaeuft hier, ohne die stoerende Ozonschicht, viel rasanter. Einziger Wehmutstropfen bildeten die abermillionen von Fliegen, welche pausenlos die Fluessigkeit aus unseren Augenaepfeln zu saugen versuchten.
Taemis grosses Herz fuer Tiere bescherte uns zwischendurch immer wieder Tierparkbesuche und etliche Kuscheleinheiten mit Wallabis, Kangaroos, Koalas und Wombats. Steven machte die Zoobesuche zwar mit, meinte aber, dass man man die vielen am Strassenrand schlafenden Fellknaeuel umsonst kuscheln koennte. Lazzi, welcher grundsaetzlich lieber mit netten Menschen als mit Tieren kuschelt, liess einen einzigen Tierparkbesuch ueber sich ergehen. Bei allen anderen Tierparkbesuchen liess er sich ins Pub abdetachieren und streichelte dort liebevoll sein Pint.
Als Ersatz fuer Fraserisland buchten wir einen Trip nach Kangarooisland. Auf den Baeumen im Caravanpark hiengen wilde Kaolas wie reife Aepfel in den Baeumen rum. Auch hierbei liess sich Lazzi kaum begeistern. Er meinte, dass es nicht unbedingt spektakulaerer sei ein Tier in freier Wildbahn zu erleben als im Zoo, wenn dieses 22h pro Tag schlaeft. Stattdessen versuchte sich Lazzi als Rallyfahrer und breschte mit dem Nigelnagelneuen Mietwagen durch’s Dickicht. Bis auf den Auspuff war alles total verkratzt. Lazzi meinte nur trocken, dass dies mit dem Toeff sicher nicht passiert waere.
Taemi, welche bereits mit dem Mietwagen in Neuseeland eine Entenfamilie ausgeloescht hatte, wollte als Wiedergutmachung die scheuen, besonders lichtempfindlichen und gefaehrdeten Pinguine auf Granitisland in freier Wildbahn beobachten. Illegalerweise schlichen wir uns bei Daemmerung auf Zehenspitzen ins Naturschutzgebiet. Nach langem suchen fanden wir endlich einen nur Bierflaschengrossen Pinguin vor seiner kleinen Hoehle. Geistesgegenwaertig zueckte Taemi ihre Kamera hervor und verursachte ein wahres Blitzlichtgewitter. Der arme kleine Pingu, wusste nicht wie ihm geschah und torkelte geblendet und voellig verstoert ins Versteck und wart nie mehr gesehen...(sniff)
Nun war es fuer uns an der Zeit, nach little Italy (Melbourne) zu fliegen um Lazzis Familie zu treffen. Der uns am Flughafen bereitete Empfang uebertraff alle Erwartungen und erinnerte uns an die glorreiche Rueckkehr der verlorenen Soehne Adams nach Babylon.
Bis auf den Neffen von Lazzis Coucousins Tochterssohnsnichte, vaeterlicherseits und dessen Onkels Cousinshalbbruder mit Hund, waren sie alle zum Empfang erschienen und kuessten uns frenetisch ab. Wir wurden bedient wie Halbgoetter und labten uns am formidablen und delicioesen Mahl. Beim obligaten Familienfoto ragte der Koerper Steven’s mehr als doppelt so hoch aus der Menge heraus. Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle bemerken, dass Steven nun Mitglied der italienischen Grossfamilie geworden ist. Somit ist er nun hochoffiziell 50% Schweizer, 50% Englaender und in Melbourne 100% Italiener. Selbst nach etlichen Tagen liess Steven seine aelteren neuen Familienmitglieder im Glauben, fliessend italienisch sprechen und vor allem verstehen zu koennen. (Halt einfach mit alt-ligurischem Dialekt)
Selbsteverstaendlich erwiesen wir auch King Roger am Australian Open die Ehre. Leider konnten wir nicht mal fuer seine Vorrundenspiele in der Rod Laver Arena Tickets ergattern, worauf wir uns einen Groundpass kauften. Mit diesem Ticket hat man Zugang zu allen uebrigen Stadien und kann Roeschle immerhin beim public viewing geniessen. In Melbourne haben wir unsere Lieblingsmasche einige Male ausgekostet. Bspw. fragten wir einen der zahlreichen Helfer, wann immer moeglich vor versammeltem Publikum, ob eigentlich auch ein Schweizer Spieler beim Turnier mitmacht? Schliesslich sind wir ja aus der Schweiz. „Sure, Roger Federer is Swiss“, bekamen wir gleich zur Antwort. Daraufhin erkundigten wir uns wie folgt: „But, is he any good...?“ Die Auskunftsperson blickte uns mindestens so verdutzt an wie der kleine Pinguin nach dem Fotoshooting.
Nach unserem super Aufenthalt in Melbourne, welcher auch fuer unser Reisebudget reinstes Balsam war, nahmen wir den Flieger in Richtung Tasmanien. Am Flughafen wurden wir von Steven’s Gotte Geraldine und Ihrem Mann Chris herzlich empfangen. Hier unten kann man noch die pure Natur geniessen. Wir sind mit dem Schiff aufs Meer gefahren um Flatheadfish zum Mittagessen zu fangen. Dieser Prozess verlaeuft in etwa wie folgt: Fischerrute max. 10 Sekunden ins Meer halten und Fisch rausziehen. Voila c’est bon.
Innert 20 Minuten hatten wir 24 Fische im Korb, jene welche wir aufgrund ihrer Groesse wieder ins Meer warfen, nicht mitgezaehlt. Haetten wir an der Coopkasse Fische eingekauft, waere es vermutlich nicht schneller gegangen. Einziger Unterschied: Es gab keine Superpunkte und Pfannenmaergeli. Beim Ausnehmen der Fische, wurden wir von Chris genau instruiert; schliesslich hat der Flathead etliche Stacheln am ganzen Koerper verteilt. Nach einigen erfolglosen Filetierungsversuchen, lachte sich Chris ins Faeustchen und meinte zu Steven: „Gaeu, isch haut chli glitschiger aus ae Chuguschriber“... Wo er Recht hat, hat er Recht.
Tagtaeglich koennen wir die Kangaroos und Kokaburas von unserer Terasse aus im Garten beobachten. Voller begeisterung wollen wir die Tiere mit unserer Kamera ablichten. Chris hingegen ist anderer Auffassung und meint jeweils: „Shoot the bastards“
Da Fischen im Meer fuer uns keine wirkliche Herausforderung mehr darstellt, fuhren wir zum Forellenfischen. Ca. 2 Stunden lang jagten wir die Forellen ohne Erfolg unermuedlich mit unseren Loeffeln. Doch das Blatt sollte sich bald wenden und wir wurden vom Jaeger zum gejagten... Waehrend wir uns zum Auto zurueck begaben, stellte Steven ploetzlich aber viel zu spaet fest, dass sich eine Tiger Snake in etwa 1 Meter Entfernung zu uns, zur Angriffsposition aufrichtete und wild zischte. Wir liessen uns spaeter sagen, dass ueblicherweise nach diesem Verhalten ein Angriff erfolgt, welcher oftmals toedliche Folgen hat. Offenbar hat der Giftschlange unsere Gleichgueltigkeit ihr gegenueber dermassen imponiert, dass sie sich wie ein geschlagener Hund davon machte. Diese Nahtod erfahrung rief unsere Urinstinkte hervor, worauf wir 5 Regenbogenforellen am Stueck fiengen und von blosser Hand erschlugen... Wuaaaaaa!!
(Wikipedia zur Tiger Snake: Tiger snakes possess a potent neurotoxin, coagulants, haemolysins and myotoxins, and rank amongst the deadliest snakes in the world. Symptoms of a bite include localized pain in their foot and neck region, tingling, numbness, and sweating, followed by a fairly rapid onset of breathing difficulties and paralysis.)


Unser flotter Weltausflug fuehrt uns nun nach Port Arthur, wo wir um Mitternacht eine Geistertour ueber den Friedhof der Convicts machen und in einem Geisterhaus naechtigen werden. (Nach der Schlange kann uns nun nichts mehr erschuettern...)
Details von der Geisterstunde gibts im naechsten Blog Post... Uuuuuuuuhhhhh!
